Eine unverdiente Niederlage

Die gute Nachricht: Ich spüre meine Füße wieder.

Die schlechte Nachricht: Es gibt Spiele, da hast Du hundert hundertprozentige Torchancen, aber Du triffst nicht, während der Gegner zwei Chancen hat und drei Buden macht. So war das heute. Und ich setze noch einen drauf: Ich habe ja generell gerne Recht, aber gerade heute hätte ich gerne nicht Recht behalten. Irgendwie habe ich das schon geahnt, dass es in den nächsten Wochen heute einen Dämpfer gibt, als ich über das „Aufstiegsgespenst“ geschrieben habe. Damit meinte ich eigentlich gar nicht so sehr, dass der Erfolg den Zebras zu Kopfe steigen könnte. Sondern wollte vielmehr dieses seltsame Gefühl beschreiben, das mich immer überfällt, wenn der MSV ganz klar in der Favoritenrolle ist in die Favoritenrolle reingeschrieben wird. Nein, nein, ich will nicht unken, und ich kann das auch nicht an Zahlen festmachen. Aber es gibt so Dinge, die machen mich immer skeptisch. Wenn zum Beispiel der Karnevalsdeppprinz im Stadion ist. Wenn ich nicht nur den falschen Eingang ins Stadion benutze, sondern auch noch auf einem fremden Platz sitze und den falschen Schal dabei habe. Okay, ich gebe es zu: Die Niederlage geht auf mich. Absolut. Keine Frage. Oder eben wenn plötzlich alle von AUFSTIEG schreiben und sprechen.

Aber ich will aus einer Niederlage keinen Abstieg machen. Zumal nicht aus einer solchen Niederlage. Ohne Frankfurts Tortwart hätten wir sechs Dinger gemacht. Das war ein Spiel auf ein Tor in der zweiten Hälfte, aber die Frankfurter haben wirklich gut gestanden. Und wir hatten heute kein Glück. Und einen Schiri, der mal wieder nicht auf unserer Seite war. So einfach ist das. Aber dieser Elf verzeiht man ein 1:3 im eigenen Haus. Absolut zufrieden bin ich mit der Moral der Truppe, dem Kampfgeist. Jetzt nur nicht den Kopf hängen lassen! Vielleicht tut der Dämpfer uns und meinen Kollegen von der schreibenden Zunft sogar ganz gut. Das Team wird und muss solche Niederlagen wegstecken. Mund abputzen, weitermachen!

Aus meinem Blog Block gibt es heute übrigens zwei sonderliche Dinge zu berichten:

1. Da sagt so ein Proll hinter mit „Schwarzes Stück Scheiße“, als  N’Diaye am Ball ist. Super, ich habe echt gedacht, solche Trottel würden die nicht mehr ins Stadion lassen.

2. Es hätte nach dem 1:3 fast eine Prügelei bei uns gegeben, weil einer neben mir „Scheiß MSV“ gesagt hat. Daraufhin sprang ein anderer auf, die Aufregung war groß. Ich verstehe nicht, warum man gleich handgreiflich werden will. Aber ich verstehe auch nicht, wie man allen Ernstes auf die Meidericher schimpfen kann – nach so einem Fight.

Auf geht’s, Zebras!

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