Warum die Niederlage mehr ist als ein verlorenes Spiel

Reden wir mal nicht über den Schiedsrichter. Reden wir auch nicht über die Pyromanen beider Fan-Lager, die offenbar ganze Wagenladungen an Feuerwerkskörpern ins Stadion schmuggeln konnten, während ich meinen Deo-Roller am Eingang abgeben musste. Reden wir nicht davon. Sondern darüber, warum die Niederlage gestern mehr ist als ein verlorenes Spiel.

Ich habe zwar ein 4:1 getippt (haha!), aber an einen Sieg gegen Düsseldorf hab ich nicht ernsthaft geglaubt. Hand aufs Herz: Wer hat daran geglaubt, dass wir Düsseldorf in unserer momentanen Situation aus dem Stadion fegen? Ich schätze mal, die wenigsten. Und schließlich kam es dann genauso, wie die Realisten unter uns ohnehin befürchtet hatten: Die Zebras waren vor allem in der ersten Halbzeit bemüht, aber spielerisch nur kurzfristig ein gleichwertiger Gegner.

Ja, der Schiri hat die Niederlage eingeleitet (durch einen Elfer übrigens, den man geben kann). Aber ich fürchte, wir hätten gestern auch ohne diese und andere zweifelhaften Entscheidungen verloren.

Und genau da komme ich zum Punkt: Die Niederlage zeigt klar und deutlich, wo wir in dieser Saison stehen – und wo eben nicht. Für uns geht es ausschließlich um den Klassenerhalt (und vielleicht darum, dass der MSV nicht wegen irgendwelcher zerstrittener Vorstandsmitglieder auseinanderfällt). Düsseldorf will aufsteigen, und ich fürchte, dass wird klappen.

Gestern wurde mir vor allem nach der Halbzeitpause immer klarer: Wir können und sollten uns nicht mit potenziellen Aufsteigern messen. Dafür sind wir einfach zu schlecht. Womit ich nicht sagen will, dass unsere Mannschaft keine Qualitäten hat. Aber vielleicht… sagen wir… andere als das Team der Fortuna.

Und deswegen ist die Niederlage mehr als ein verlorenes Spiel: In der Liga, im Kampf gegen den Abstieg, sind drei Punkte gegen den KSC wichtiger. Aber wenn wir uns mal bewusst machen, was in Düsseldorf geschafft wurde – und was in Duisburg zumindest im Moment nicht realisiert wird realisiert werden kann. Punkt, Punkt, Punkt…

Aber um Euch nicht ganz so deprimiert in den Abend zu entlassen, sehen wir’s mal positiv: Wir haben erlebt, dass die Zebras über weite Strecken durchaus mit guten bis sehr guten Mannschaften mithalten können. Deswegen die frohe Botschaft: Wir bleiben nicht da unten! Wir steigen nicht ab! Und nächste Saison oder übernächste greifen wir wieder an. Dann gibt es ein Wiedersehen mit den Düsseldorfern. Auf Augenhöhe. Macht Euch auf was gefasst.

6 Gedanken zu “Warum die Niederlage mehr ist als ein verlorenes Spiel

  1. Ich gebe Dir recht, dass man sich mit der Fortuna in dieser Saison halt leider nicht messen kann. In der ersten Halbzeit haben wir ja noch ganz gut mitgehalten. Nach dem Doppelschlag ging aber nix mehr. Das war schon ein Schock. Fühlte mich gleich an die Verunsicherung zu Sasic-Zeiten zurückerinnert. Ich hoffe, dass die Spieler das einfach wegstecken können und wir den Dreier dann gegen Karlsruhe nachholen. Da ist er noch wichtiger.

    Eigentlich habe ich mich ab dem Elfmeter aber nur über die Ar********* aus Block 1 aufgeregt, die die Feuerwerkskörper Richtung Südtribüne geschossen haben. Das ärgert mich noch mehr als die Niederlage. Solche Chaoten will ich in Duisburg nicht sehen. Scheiß auf Tradition seit 1980. Dieser Block kommt immer nur dann, wenns nach Krawall riecht (Düsseldorf, Oberhausen, Cottbus…), schreit nie FÜR den MSV, sondern immer nur GEGEN den Gegner. Diese Pyro-Aktion ist echt das allermieseste. Dass Düsseldorf auch einiges abgefackelt hat, ist da keine Entschuldigung für mich. Wir sind jetzt auf einer Stufe mit Rostock, Dresden oder Braunschweig. Ätzend!

  2. Noch was… ich würde mir wünschen, wenn der Verein sich deutlich von diesen Chaoten distanziert und dieses Verhalten verurteilt. Ich kann dazu noch nichts auf der Homepage finden.

  3. Hätte sich Gjasula in der Vorbereitung ein Bein gebrochen dann wären wir heute da wo Fortuna gerade steht. Aber egal. Ich gebe dir recht, teasy, wir sind auf Augenhöhe mit Rostock was die kriminellen Chaoten (das Wort Fan vermeide ich gern) angeht. Der Verein möchte ja mit denen sprechen. Auch wenn so ein Gespräch ansatzweise fruchten sollte (wie eigentlich ?)…ich gehe erst wieder ins Stadion wenn die Vereinsführung (haha, sorry, also falls sich mal wieder eine ergeben sollte) sich klar von diesen Blindgängern distanziert hat und vor allem etwas gegen sie unternommen hat. Damit meine ich nicht die Verlegung in einern anderen Block. Wieso darf so ein Pack eigentlich frei rumlaufen ?

  4. Moment bitte: die Hütte hat zuerst im Käfig von F95 gebrannt. Ich bin der letzte,
    der daraufhin zu Gegengewalt aufruft, und man muß denen von F95 zugute halten,
    das sie auch eine schöne Pyroshow machten, die fast schon Werbung dafür war,
    das zu erlauben. Aber die Spacken, die da ihre zwei drei Raketen draufhielten,
    kann man echt nur erwähnen, wenn man gleichzeitig sagt, wie Klasse unsere
    Kurve wieder war und wie toll insgesamt die Performance der Fans auf beiden
    Seiten. Ich bin weder von Düsseldorfern angemacht worden, obwohl ich laut
    (und zu recht) geschimpft habe wie ein Rohrspatz wegen der armseligen
    Vorstellung der Roten betreffend „cheaten“, was bei denen wohl fester Bestand
    im Training zu sein scheint, noch haben andere Duisburger in meiner Umgebung
    etwas anderes als Verbalinjurien benutzt, um ihrem Ärger Luft zu machen.
    Gut ist ja, wenn Chaoten identifizierbar sind, und das unterscheidet uns wohl
    beispielsweise von Rostock. Was wir diesmal nicht machen sollten, ist alle
    Schuld auf uns zu nehmen, weder für Pyro noch für Spielverlauf. Würde sagen,
    die Niederlage war zumindest „unglücklich“, mehr nicht!

    • Glaube langsam nicht mehr, das man schöne Pyro haben kann ohne welche, die dann Raketen oder Megaböller mitbringen und gezielt (und feige wie Sack ist es ja auch noch!) oder „einfach so“ Anschläge auf das Leben und die Gesundheit anderer Menschen (auch Düsseldorfer sind Menschen, selbst Sascha Rösler und Maxi Beister haben es nicht nötig, unter Bedingungen anzutreten wie im Jugoslavischen Bürgerkrieg, wo es jederzeit ein Attentat durch Heckenschützen geben konnte) ausüben.
      Meine Schlussfolgerung: Lieber gar keine Pyro mehr als dieser
      ständige Stress! Lassen wir es halt! Wir sollten nicht solange
      warten und uns über den DFB beschweren, bis nach dem Spiel
      die erste Leiche mit verbranntem Gesicht im Block liegen bleibt!
      Für mich ist es fünf vor zwölf. Ich will weder halb blickdichte
      Dreimeterzäune zwischen jedem Block noch eine halbstündige
      Leibesvisitation vor jedem Spiel. Wenn wir mal Kohle über haben
      (hä? hab ich das grad geschrieben?! ein MSV-Anhänger?!) sollten
      wir uns einen Spieler kaufen und nicht Security oder Geldstrafen
      davon bezahlen. Irgendwann kann es leicht soweit kommen, das
      der Stehplatzbereich einfach abgeschafft wir, und basta! Das
      kommt! Schade drum, aber da kann man nichts machen, eine
      wirkliche Alternative besteht leider nicht. Gegen Düsseldorf gab
      es keine Pyro von unseren Fans, trotzdem war die Stimmung
      prächtig und wir sind in Würde untergegangen. Die
      Raketenforscher sind keine Fans von uns, von mir aus können
      die Bullen die ruhig ausräuchern, trifft mich nicht im geringsten.
      Diese Message hier geht also an die 7000 F95er!