Glück kann man nicht kaufen

Gestern war der Tag, an den wir MSV-Fans fast schon nicht mehr geglaubt haben. Gestern ist das passiert, was in den vergangenen Monaten so oft passiert ist. Ein spielentscheidendes Tor in der letzten Viertelstunde. Aber dieses Mal endlich wieder zu unseren Gunsten.

Der erste Auswärtssieg seit einem halben Jahr, die schwarze Serie ist beendet, jubelt Reviersport, und ich selbst kann es kaum fassen: Wir haben das Glück wieder auf unserer Seite, yeah yeah YEAH! Ich weiß nicht, wie viele Spiele in dieser Saison so verloren gegangen sind wie die Partie gestern gewonnen wurde (nämlich mit einem Glückstreffer in den letzten Minuten). Aber ich weiß, dass es sich verdammt gut angefühlt hat, einmal nicht auf der Seite der Gebeugten, der Geduckten, zu stehen, sondern die Jungs jubeln zu sehen und wieder hoffen zu dürfen: Vielleicht, vielleicht gleicht sich am Ende eines Fußballjahres doch wieder alles aus. Und all diese vermaledeiten Spiele, die wir knapp und kurzfristig verloren haben, werden unserem Punktekonto nach und nach wieder gut geschrieben.

Glück kann man nicht kaufen, so lautet der Titel dieses Beitrags. Aber man kann sich Glück erarbeiten, und ich glaube, genau das ist unseren Jungs zumindest gestern gelungen. Seitdem Olli Reck Chef im Zebrastall ist, wird hart daran gearbeitet, dass wir nach so einem Spiel wie gegen Aue am Ende doch mit drei Punkten nach Hause fahren. Und auch wenn ich nicht sehe, dass sich die spielerischen Qualitäten dieser Mannschaft plötzlich um 100 Prozent verbessert hätten – da ist wieder ein Funkeln in den Augen jedes Einzelnen. Wo unsere Elf noch vor wenigen Wochen allein mit ihrer Körpersprache nach einem Gegentreffer schrie, ist heute wieder ein: „Ne, ne, ne, so einfach lass ich mir den Ball von DIR nicht abluchsen!“

Will sagen: Nein, wir spielen nicht plötzlich auf Champions-League-Niveau. Was mich auch ziemlich überraschen würde. Aber der unbedingte Wille, ein Match zu gewinnen, ist wieder da, und das auch mal 90 Minuten lang, nicht nur ein Viertelstündchen. Und genau deswegen haben wir das Ding gegen Aue gewonnen. Jeder von uns weiß: Es hätte auch andersrum ausgehen können. In der Vergangenheit haben wir das allzu oft erleben müssen. Aber wenn Du konsequent dran bleibst und wirklich gewinnen willst, dann fällt eben so ein Tor wie gestern in der Nachspielzeit.

Nichtsdestotrotz muss man sich natürlich fragen, ob es gegen Düsseldorf am Montag in acht Tagen reichen wird, Glück zu haben. Aber das ist eine andere Geschichte. Und die soll ein anderes Mal erzählt werden.

2 Gedanken zu “Glück kann man nicht kaufen

  1. Egal egal. Alles egal. Endlich mal wieder ein Start ins Wochenende mit einem kleinen Glücksgefühl im Bauch.