Ein toller Abend mit Michael Wildberg, Ferry und Hoppi

Michael Wildberg im djäzz. Mit Dank an Harald Steffen!

Gestern hat Fußball mal wieder so richtig Spaß gemacht. Das ist beim MSV ja nicht selbstverständlich. Michael Wildberg hatte ins djäzz geladen, um dort aus seinem Buch “So lonely. Ein Leben mit dem MSV Duisburg” zu lesen. Neben dem Autor himself saßen auch die MSV-Legenden Ferenc Schmidt und Joachim Hopp sowie Stadionsprecher Stefan Leiwen auf dem Podium. Es wurden Geschichten aus der alten Zeit erzählt, jede Menge Sprüche gekloppt und vor allem: Es wurde ganz viel gelacht.

 

Rappelvoll war das kleine djäzz, und obwohl ich im Schneidersitz auf dem Boden vor der Bühne sitzen musste und von allen Seiten vollgeraucht wurde, war’s ein urgemütlicher Abend. Der – so erklärte Stefan Leiwen zu Beginn – ganz im Zeichen von Michael Tönnies stand. Tönnies ist nämlich, wie Leser des Zebrablog wissen, schwer krank. Immer wieder ging es also um unseren „Dicken“, der immer noch den Rekord für den schnellsten Hattrick aller Zeiten hält, der ihm damals, am 27. August 1991, gegen den Karlsruher SC gelang.

Drei Tore innerhalb von sechs Minuten, bumm, bumm, bumm! Als Michael Wildberg vorne an der Leinwand die Original-Sequenz aus der Sendung „Anpfiff“ (RTL) zeigte, wurde nicht nur ich ganz melancholisch. Waren das noch Zeiten, als wir mit 6:2 den KSC abschossen, und Moderator Uli Potofski konstatierte: „Oliver Kahn, er konnte einem bereits nach zwölf Minuten leid tun.“ Das alte Wedaustadion! Die Frisuren! Die Trikots! Die Tartanbahn! Die olle Anzeigentafel, auf der die Tore gar nicht alle auf einmal angezeigt werden konnten und es kurioserweise einen „Übertrag“, also eine zweite Seite mit den restlichenTorschützen, gab. Herrlich.

Auch bei Michael Wildberg drehte sich vieles um vergangene Tage. Der MSV-Fan und Buch-Autor trug einige (wirklich amüsant geschriebene!) Episoden aus seinem aktuellen Werk vor, in dem der Satz „Immer die gleiche Scheiße hier“ eine ziemlich große Rolle spielt. Warum, das muss man MSV-Fans wohl nicht erklären.

Tränen gelacht habe ich bei den Geschichten „von früher“, die Ferry und Hoppi zum Besten gaben. Wie die Mannschaft einmal nachts vom Auswärtsspiel kam und der Busfahrer an einer Raste hielt (in den 90ern fuhr man Bus, der MSV hatte ja schon damals keine Kohle), um kurz Pause zu machen. Aus der kurzen Pause wurde eine anderthalbstündige nicht planmäßige Rast, weil Michael Tönnies am Spielautomaten stand und nur noch Sonnen sah gerade einen Lauf hatte. Wie im Trainingslager alle Mann auf einem Zimmer zockten und Bier soffen und plötzlich Trainer Willibert Kremer in der Tür stand. Oder wie Frau Fischdick, die Präsidentengattin, bei Auswärtsfahrten täglich drei warme Mahlzeiten auf die Tische zauberte und Ferry prompt zwei Kilo zunahm.

Tja, irgendwie war ja dann früher doch alles ein bisschen besser anders. Oder wie Hoppi es ausdrückte: „Wir sind damals auch mit 15 Mann feiern gegangen und haben gesoffen, aber wir sind am nächsten Morgen trotzdem zum Training gekommen und haben gespielt.“ Was die Jungs früher noch alles so gemacht haben, möchte man sich eigentlich gar nicht weiter vorstellen.

Eine Aussage von Ferry möchte ich noch erwähnen, denn in ihr steckt ganz viel Wahrheit: Die MSV-Fans, sagte Ferry, seien sehr „feinfühlig“. „Da muss keiner Maradona sein, als Spieler in Duisburg musst Du Dir nur den Arsch aufreißen, dann hast Du das Publikum auf Deiner Seite.“ Dem ist nix hinzuzufügen.

Eines vielleicht noch: Wer die Lesung im djäzz verpasst hat, sollte sich den 4. November merken. Da liest Michael Wildberg in der Heimat in Hochfeld. Wenn der Abend nur halb so amüsant wird wie der gestrige, wird’s ein voller Erfolg.

Ein Gedanke zu “Ein toller Abend mit Michael Wildberg, Ferry und Hoppi

  1. Dieses Spiel sollten sich mal unsere Herren Spieler anschauen!!!! Variabeles Spiel, drang nach vorne, Leidenschaft und und und!!

    Für den Trainer: 2, in Worten zwei, Spitzen!!!!

    An die Duisburger Fans: “Schaut mal, wie voll ein Stadion sein kann!!”