Das Comeback des MSV?

Ich habe mich nicht getraut, das Fragezeichen in der Überschrift wegzulassen. Noch kann alles passieren in dieser Schweineliga. Aber nach dem grandiosen Sieg heute gegen – wie hießen die noch gleich? – und elf Punkten seit Anfang März scheint es also endlich wieder aufwärts zu gehen mit den Zebras.

Ich muss zugeben – nach den Niederlagen gegen FSV Frankfurt, Rostock, St. Pauli, Dresden und Fürth wähnte ich uns schon so gut wie abgestiegen. In meiner Verzweiflung hielt ich sogar die Entlassung von Olli Reck für eine Option. Heute, nur ein paar Wochen später, scheint sich die Situation zu entspannen. Zumindest fürs Erste. Wir sind Zehnter. Zumindest bis morgen. Und während sich Mannschaften wie Aachen und Rostock immer weiter im Tabellenkeller festsetzen, haben wir plötzlich acht Punkte Abstand auf Platz 16. Ein Punktepolster, das noch zusammenschmelzen kann. Ich traue mich deswegen nicht, jetzt schon aufzuatmen.

Bei allem (Zweck)Pessismus, eines muss gesagt werden: Die Mannschaft scheint sich endlich von diesem eklig-klebrigen Klappt-ja-doch-nix-Gefühl befreit zu haben, das uns zu Beginn der Rückrunde wie Pech an den Stollen klebte. Ich bin sicher: Vor fünf Wochen hätten wir so ein Spiel wie heute nicht gewonnen. Selbst wenn die Frankfurter genauso lustlos gekickt hätten – vor fünf Wochen wäre das Spiel trotzdem mit 0:1 verloren gegangen, wahrscheinlich durch ein Eigentor in der 92. Minute.

Dass wir heute eine Mannschaft erleben durften, die sich drei Punkte gegen Frankfurt wirklich zutraute, haben wir allein auch dem Fußballgott zu verdanken. Der hat uns nämlich – Ihr erinnert Euch – den Sieg gegen Bochum (und in Paderborn) geschenkt. Diese beiden Siege (und der Punkt in Ingolstadt) haben aus völlig verunsicherten Bürschchen echte Kampfratten gemacht, die auch mal einen Ball halten und nach vorne spielen können, ohne sich dabei gleich in die Hose zu machen. Man sieht es einfach: Die Körpersprache jedes einzelnen Spielers hat sich verändert, der Kopf ist oben, das Selbstbewusstsein wieder da. Die Abwehr stand heute kompakter als ich es jemals für möglich gehalten hätte. Wiedwald, Wolze, Brosinski und Exe sind über sich hinausgewachsen. Und wer von Euch sagt nochmal was gegen den Griechen? 😉

Aber zurück zum Anfang: Nein, ich möchte noch nicht vom „Comeback des MSV“ sprechen. Lasst mir mein Fragezeichen noch ein bisschen. In einer Woche, nach dem Spiel gegen Aachen, wissen wir mehr. Ich hoffe sehr, dass wir dem Klassenerhalt dann noch ein Stückchen näher sind. Ich traue der Mannschaft jedenfalls alles zu. Jetzt wieder.

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