Wir haben nicht viel. Aber uns.

Dienstag nach dem Finale. Die Niederlage ist noch nicht verdaut, fühlt sich aber nicht mehr ganz so unerträglich an. Nein, wir haben den Pokal nicht mit nach Hause gebracht. Das Fußballwunder ist ausgeblieben. Und nicht nur das: Wir haben richtig den Hintern versohlt bekommen. Und das leider auch noch zu Recht, denn jeder einzelne Spieler stand am Samstag neben sich, da gibt es nix schön zu reden. Es tat weh, wie Schlacke uns vermöbelt hat. Und trotzdem: Wenn ich eines auf Dauer mitnehme aus Berlin, dann ist es das Gefühl, dass wir etwas ganz Besonderes sind. Wir, die MSV-Fans. Die sich und die Mannschaft trotz des sportlichen Offenbarungseides gefeiert haben.Ich habe das Olympiastadion nach Abpfiff erhobenen Hauptes verlassen, obwohl wir die schlechteste Leistung der Saison abgeliefert haben. Und der Zuspruch, den ich in den vergangenen Tagen gerade auch von Schalkern oder gänzlich unbeteiligten Bekannten bekommen habe, hat mich noch stärker gemacht: Was Zebras können, können nur Zebras. Immerhin sind wir Vize-Pokalsieger 1966, 1975, 1998 und 2011. Und damit der am wenigsten erfolgreiche Finalteilnehmer ever! Das ist doch fast schon wieder cool, oder? Ich gehe deswegen mit Zuversicht in die neue Saison und teile die Auffassung von Torsten Wielands vom Königsblog, Berlin sei Duisburgs „Aleschia“, nicht. Wir werden die gute Stimmung über die Sommerpause retten.

Wir haben keinen Pokal. Wir haben noch nie eine Meisterschaft gewonnen. Wir haben nicht viel. Aber wir haben uns. Und das ist gar nicht mal so wenig.

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