Drei mal drei mal drei

Drei Fragen, drei Fans, drei Antworten – vor dem Ruhrpott-Derby Duisburg – Bochum habe ich in einer Gemeinschaftsprodutkion mit Bochum-Fan Andreas Wiemers MSV- und VfL-Fans gefragt, wo ihre Mannschaft am Ende der Saison steht, wer am Sonntag gewinnt (und warum) und wie ihr Tipp für das Derby lautet. I am proud to say: Mit dabei sind Fußball-Komiker und Autor Ben Redelings, VfL-Blogger Tom MacGregor und Andreas Wiemers, MSV-Fan und Autor Michael Wildberg und MSV-Blogger Kees Jaratz. Und ich übrigens auch.

Wo steht der VfL / der MSV am Ende der Saison?

Tom MacGregor: Bochum wird Siebter, der MSV Zwölfter.

Ben Redelings: Die Plätze an der Sonne sind ja (leider) schon vergeben. Drum reicht es dieses Mal für beide Vereine nur für einen Platz am Rhein-Herne-Kanal im Frühsommer. Der VfL am sicheren Ufer, der MSV muss schauen, dass er nicht baden geht. Wird aber schon werden!

Andreas Wiemers: Während der VfL leider völlig emotions- und spannungslos auf Platz 8 eintrudelt, gönne ich wenigstens den MSV-Fans für diese miserable Saison zwei zusätzliche Spiele als Entschädigung. Aber dann bleibt der MSV auch drin. Denn ohne Derby wäre die Schweineliga noch unerträglicher.

Kees Jaratz: Nach einem Sieg gegen Bochum kann für den MSV der zwölfte, dreizehnte Platz noch drin sein. Vorhersehbar ist das nicht. Dazu spielt die Mannschaft zu unbeständig. Genauso ist das Zittern bis zum letzten Spieltag möglich. Dann werden wir 15. Von allem anderen reden wir nicht. Das wird nicht geschehen.

Michael Wildberg:
Der MSV steht wird vielleicht da stehen, wo er jetzt steht: Mit dem Rücken zur Wand im Relegationsrückspiel gegen Heidenheim, welches man zwar 180 Minuten dominiert, was aber vollkommen egal ist, da man ja eh kein Tor schießt. Außer Ente darf mitspielen, dann dreht sich das Rad ganz von alleine. Aber soweit wird es nicht kommen. Srdjan Baljak wird wieder der Alte und schießt uns ganz alleine zum Klassenerhalt. Danach bleibt noch einige Zeit, um sich mal persönlich und in aller Ruhe mit Jula und Domovchiskij über das Runde und Eckige zu unterhalten.

Tina Halberschmidt:
Am Ende der Saison steht der MSV vor einem Scherbenhaufen und muss als zweiter Absteiger direkt den bitteren Weg in die Dritte Liga gehen. Der MSV steht am Ende der Saison da, wo er nach den verdienten Siegen gegen Bochum, Paderborn und Ingolstadt hingehört: zusammen mit dem VfL im Mittelfeld der zweiten Liga, fertig zum Angriff auf die Saison 2012 / 13.

Warum gewinnt der VfL / der MSV am Sonntag?

Tom MacGregor: Bochum kontert den MSV aus, knapper Auswärtssieg.

Ben Redelings:
Bochum gewinnt, weil der VfL der sympathischste Verein auf Erden ist, eine geile Truppe am Start hat, die feurigsten Fans auf (Zug-)Reisen schickt – und beim MSV ein Mann das Zepter schwingt, der den schönen Beinamen »Pannen-Olli« trägt. Das muss reichen!

Andreas Wiemers: Der VfL gewinnt, weil er dafür bekannt ist, aus einer sicheren Defensive heraus und ohne individuelle Fehler berauschenden Offensivfußball anzubieten und selbst aus keinen Chancen noch seine Tore macht. Das haben die letzten Spiele bewiesen. Daran knüpfen wir an. Und falls nicht: wir haben schon lange keinen Elfmeter mehr bekommen! Es wäre mal wieder an der Zeit!

Kees Jaratz:
Die Duisburger Mannschaft ist psychisch stabil und hat die Rückschläge der letzten beiden Spiele wegsteckt. Sie wird im heimischen Stadion wieder so entschieden auftreten wie gegen Fürth. Diese Entschiedenheit fehlt dem VfL als Mannschaft im gesicherten Mittelfeld. Hinzu kommt: Schau ich mich bei den Freunden um, deuten schon jetzt alle Zeichen unweigerlich auf sehr viel mehr als ein Quentchen Glück des MSV Duisburg. Wir fahren einiges an Erfolgsreliquien am Sonntag auf. Hummel-Trikot der 70er, Schal der 90er, Mütze aus der ersten Aufstiegssaison dieses Jahrtausends. So erhalten Spieler bei ihren wenigen Chancen die entsprechende atmosphärische Unterstützung. Alles wird gut.

Michael Wildberg: Der MSV gewinnt, weil der Fußballgott kurzfristig zur Flasche gegriffen hat und nach einem ausgiebigem Zechgelage plötzlich sehr nachsichtig wird. Weil Ente auf der Tribüne erscheint und dieses wunderschöne “Meidericher SV” anstimmt. Weil alle erkannt haben, dass wir nur punkten können, wenn alle an einem Strang ziehen. Und weil ein Bochumer Verteidiger, nachdem Goran Sukalo ihm in der Halbzeit augenzwinkernd einen Kuvert zugesteckt hat, in der 90. Minute derart ungeschickt den Ball Richtung eigenes Tor lenkt, dass man meinen könnte, Necat Aygün würde wieder das Grün des Ruhrgebiets unsicher machen.

Tina Halberschmidt:
Duisburg siegt, weil wir die Punkte dringender brauchen.

Dein Tipp für Sonntag?

Tom MacGregor: 2:3 für den VfL Bochum.

Ben Redelings: Knallerspiel mit Kultpotential. Am Ende pickt die Maus dem Zebra ein Auge aus!

Andreas Wiemers: 1:3. Auswärtssiege sind halt schön!

Kees Jaratz:
3:1!

Michael Wildberg:
Es sind diese Krisen, die man überstehen und aus denen man gestärkt herausgehen muss. Wie die Bayern, die ja vor kurzem auch erst Hoffenheim mit 7:1 und anschließend den FC Basel mit 7:0 zerlegten, nachdem man sie schon wieder regional und überregional abschreiben wollte. Daher: 7:2 für den MSV, es wird ein Klassiker, dreimal Jula, zweimal Domovchiskij, jeweils einmal Pliatsikas und Soares. Aber es war vorher schon klar: Wir gewinnen, weil wir gewinnen müssen. Wie ist mir egal.

Tina Halberschmidt:
2:0!

23 Gedanken zu “Drei mal drei mal drei

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  2. Bochum wird 1:0 gewinnen. Aber wir werden am ende nur 9. Platz erreichen und hoffe wir gewinnen in Aue.