Wenn man unten drinsteht

“Und – wat soll ma darüber jetzt schreiben?” fragte Michael Wildberg mich heute nach dem Spiel, das wir beide im Ostende verfolgt haben. Ja, wat soll ma da jetzt schreiben? Haben wir einen Punkt gewonnen oder zwei verloren? Zwei verloren. Sage ich!

Ja, das war der erste Punkt in diesem Jahr. Wir haben mal wieder aufs Tor geschossen ein Tor geschossen, sind sogar in Führung gegangen und erstmal Tabellendreizehnter, weil Funkels Kartoffelkäfer schön verloren haben. Wiedwald hat einen Elfer gehalten. Und Olli Reck bleibt uns als Trainer erhalten.

Hurra?
Nix da.

Ich kann mich über dieses Pünktchen nicht freuen. Sicher, es könnte der Anfang einer grandiosen Serie sein, in deren Folge wir erst Bochum, dann Paderborn, dann Ingolstadt weghauen. Ich muss gerade selber lachen. Und ja, dieses Pünktchen könnte am Ende ganz wichtig werden, weil es nämlich bis zum letzten Spieltag um den vermaledeiten Klassenerhalt gehen wird, verdammt!

Aber!

Wieso fangen wir uns bitteschön in der N-A-C-H-S-P-I-E-L-Z-E-I-T den Ausgleich ein? Was hat der Wolze da im eigenen Strafraum rumzuhampeln? Wieso kommt ein Ex-Duisburger (typisch!) frei zum Schuss und trifft auch noch? Warum haut Exslager dat Ding in der 64. Minute nicht rein? Was bringt der Reck Jula für Sukalo? Hä? Wieso pfeift dieser Schiri ständig Abseits? Und wieso können wir dieses Spiel nicht einfach mal – wie sacht man so schön – SCHMUTZIG gewinnen?

Wieviel müssen wir MSV-Fans eigentlich noch ertragen?

Wat soll man dazu noch schreiben? So ist dat halt, wenn man da unten drinsteht.

20 Gedanken zu “Wenn man unten drinsteht

  1. Schon merkwürdig. Genau diese Frage wollte ich Euchauch stellen: WAS SOLL MAN DA SCHREIBEN? Ich habe echt für mein Tagebuch vor dem PC gesessen und geschrieben, während das Spiel noch lief. Terodde scheitert an Wiedwald, Bajic klärt zur Ecke. Das musste es doch gewesen sein? Ich freute mich schon, über einen dreckigen Sieg schreiben zu dürfen. Über die Wiedergeburt unseres MSV. Über ein Wochenende, dass mal erfreulich beginnt. Meine Finger zitterten dabei vor Anspannung. Ich legte m ir die Worte im Kopf bereits zurecht. FEHLER! Dann diese Ohrfeige. Wäre es beim 1:0 geblieben, hätten alle hinsichtlich des Wechsels Sukalo/Jula von einem gekonnten Schachzug gesprochen, um den Ball vom eigenen Tor fern zu halten. So spricht man über taktisches Fehlverhalten. Murphys Law eben. Erst spielen wir scheisse und dann haben wir die Scheisse im Moment an die Füsse GETACKERT!

    Meine Hoffnung: Die Mannschaft lebt und somit bleibt die Hoffnung, dass wir in diesem Jahr mit einem blauen Auge davonkommen. Ich denke, die wissen jetzt, was Abstiegskampf heißt. Und vielleicht ist es erst kurz VOR Zwölf.

  2. Sorry, Leute, was erwarten wir alle von einer Mannschaft, die gerade mal überhaupt kein Selbstvertrauen hat?! Rasanten Angriffsfußball?! Selbstvertrauen kann man nicht wie einen Joghurt in sich hineinschlürfen, erst recht nicht, wenn da mindestens 11 verschiedene Persönlichkeiten und Charaktere auf dem Platz stehen. Die Mannschaft hat gestern alles versucht und sehr sehr ungelücklich den Ausgleich kassiert. Aber anders spielt es sich mit einem “Köttel in der Hose” einfach nicht. Die klaren Bekenntnisse einiger Spieler ZU ihrem Trainer kann ich sehr gut hören und sind für mich momentan sehr wichtige und beruhigende Aussagen; das, was in der lokalen Presse an geiferischer Stimmungsmache GEGEN den Trainer passiert, nicht! Fußball IST Kopfsache, und glaubt mal nicht, dass irgendein anderer Trainer (außer Kloppo vielleicht) alles wieder gut machen würde.